Song for the forbidden zone

Online-Performance, 5’30

“Am Ende des Videos “Perfect Pitcher #1 – Song for the forbidden zone” habe ich die Schlussszene des Stalkers von Tarkovsky als Standbild kurz auftauchen lassen. Sie zeigt den Blick über den Rücken der Familie hinweg auf eine brachliegende Landschaft und eine monströs bedrohliche industrielle Anlage am Horizont. Ein Atomkraftwerk. Die Melancholie dieses Bilds durchzieht das ganze Video, denn das brennend rote und kaltweiße Lichtgeflacker in Kombination mit dem Sprechgesang von Hazuki Ogoshi, einer Musikerin mit dem ‚absoluten Gehör”, kann auf das katastrophische Ende einer Ära verweisen. Die seltsam nervöse Aufnahmetechnik, die meinen erregten Zustand spiegelt, wurde dadurch erzielt, dass ich eine kleine Web-Kamera in den Mund genommen habe – gleichsam lagen mir Schock und Protest auf der Zunge und mein Körper wurde zum Aufzeichnungsinstrument.”

Interview zwischen Aomi Okabe und Naho Kawabe
in: Katalog “Observer Effect“

Ausstellung: FOLD Gallery, London (GB) / blinkvideo.de
Abbildung: Katalog “Observer Effect”

Der Weg I

4:3, PAL, 31’18

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Der Weg: La route Lister (Chemin Walter Benjamin).
Das Gebiet: Östliche Pyrenäen am Mittelmeer
Der Ort: Banyuls sur Mer, Frankreich
Das Wasser: Port Bou, Spanien
Die Zitate: Lisa Fittko (1), Walter Benjamin (16)
Das halbstündige Video zeigt den Weg, den Walter Benjamin und viele andere deutsche Flüchtlinge in den Jahren zwischen 1940 und 1942 gehen mussten, um ihr Leben zu retten. Die Flüchtenden wurden von Hans und Lisa Fittko über die “Route Lister”, einem alten Schmuggelpfad zwischen Banyuls auf der französischen Seite und Port Bou auf der spanischen Seite der Pyrenäen an der Mittelmeerküste geschleust, um durch Spanien nach Lissabon zu gelangen. Dort bestiegen sie Schiffe und retteten sich nach Casablanca, Shanghai, Havanna oder New York. Walter Benjamin jedoch beging Suizid, als er in Port Bou ankam und erfahren musste, dass sein Transitvisum nicht anerkannt wurde. Das Video zeigt den beschwerlichen Aufstieg in die Berge zwischen Banyuls und Port Bou aus der Perspektive des Gehenden, der ständig nach unten blickt auf die steinigen Hindernisse. Zugleich sind den Bildern Texte von Lisa Fittko und Benjamin unterlegt, die sich mit der Straße und dem Flanieren auseinandersetzen.

Ausstellungen: Kunsthaus Hamburg (DE) / Johann-Friedrich-Danneil-Museum, Salzwedel (DE) / Hamburger Kunsthalle/Galerie der Gegenwart (DE) / Schloßkirche, Universität Bonn (DE) / Waitingroom, Tokyo (JP)
Abbildungen: Katalog “Observer Effect” / Katalog “delikatelinien”
Sammlung: Hamburger Kunsthalle (DE)

Wash Your Blues

4:3, PAL, 4’00, Loop, Ton: Veit Kenner

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Im Lauf des Videos reduziert sich die Farbe und wechselt zu einem Weiß als allmählichem Verlust von Kraft und Energie, aber auch als Bild für das Eis des natürlichen Lebensraums des Tieres, in den es sich zurückträumt.

Ausstellungen: Kunsthaus Hamburg (DE) / Via Pietro Garzoni 5, Venedig (IT) / blinkvideo.de
Abbildung: Katalog “Observer Effect”