Continent of Africa / Routes of Migratory

Papier, Nagel

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Photo: Kenichi Amano

Es existieren territoriale, geografische, biologische, gesellschaftliche, ökonomische, moralische, ästhetische Grenzen, Grenzen der Leistung und des Anstands. Die Hautdes Menschen ist eine existentielle Trennung zwischen Innen und Außen, Individuum und Welt, die Farbe der Haut ist selbst heute noch eine soziale Barriere.
Die Scherenschnitt-Serien aus farbigem Karton zeichnen in der Arbeit “Routes of Migratory” (2015) die Flugrouten der Zugvögel und in der Arbeit “Continent of Afrika” (2015) alle Grenzziehungen auf dem Kontinent nach. Die bunten Umrisse sind locker auf kleine Nadeln gehängt, sie können ausgetauscht, entfernt und ersetzt werden, sie sind fragil und provisorisch, sind gefährdet und eben veränderbar.
Es fällt auf, dass die Flugrouten der Vögel bei ihren jährlichen Wanderungen von Afrika nach Europa und zurück fließende, runde und spielerisch leichte Linien ziehen. Damit lässt sich Grenzenlosigkeit des Fliegens und beliebigen Fußfassens als Utopie assoziieren. Die harmonisch wirkenden Formen sind ein Gegenbild zu den häufig zackig und scharfkantig erscheinenden Staatsgrenzen auf dem südlichen Kontinent, deren willkürliche Ziehungen das politische Drama Afrikas dokumentieren

Photo: Kenichiro Amano

Ausstellungen: Ermkeilkaserne, Bonn (DE) / Frappant, Hamburg (DE) / Waitingroom, Tokio (JP) / VOLTA 14, Basel (CH)
Abbildung: Katalog “DELIKATELINIEN”