Eine echte Frau löst jeden Knoten

Einkanal-Video, 49’15, Kamera: Saskia Bannasch, Naho Kawabe

previous arrow
next arrow
previous arrownext arrow
Slider

Das Video zeigt, wie die Hände einer älteren Frau 3 Kg Kohle-Bruchstücke zusammenbinden zu einem Paket, dessen Figuration einem Baum ähnlich ist. Während der Aktion erfährt der Betrachter in einem Selbstgespräch der Frau vieles über ihre persönliche Lage im Berlin der 1950/60er Jahre, das Verhältnis zur Mutter und die Situation im Kalten Krieg. Die Erzählerin flüchtete 1956 aus der DDR in den Westen. Die spezifische Art des Verpackens mit Schnüren hat die Erzählerin bei ihrer Mutter gelernt, als Pakete von West nach Ost geschickt wurden zur Zeit der zwei deutschen Staaten. Damals gab es kein Klebeband. Die Schnürtechnik und die besonderen Handbewegungen werden bald vergessen sein.
„Eine echte Frau löst jeden Knoten“ – der Spruch stammt von der Schullehrerin der Erzählerin in Westdeutschland und forderte sie damals heraus durch den hohen Anspruch an die Tätigkeiten von Frauen in der Nachkriegszeit. Die japanischen Untertitel, die im Probevideo zu sehen sind, können gelöscht werden.

Ausstellungen: Waitingroom, Tokio (JP) / Boxes Museum, Guangzhou (CN)