Camera Isolata

web-based art project

https://camera-isolata.nahokawabe.net

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“Camera Isolata” wurde durch eine Förderung von der Hamburgischen Kulturstiftung ermöglicht angesichts der Sars-Cov-19-Pandemie und deren Begleiterscheinungen. Das Motto des Hilfsfonds der Kulturstiftung lautet “Kunst kennt keinen Shutdown“.  

Der aus dem Lateinischen abgeleitete Begriff “Camera Isolata” charakterisiert einen geschlossenen und isolierten Raum – konkret und symbolisch. Camera Isolata ist gleichsam der Raum, in dem wir uns während der Pandemie isolieren. Gleichzeitig bezieht sich der moderne Gebrauch des Wortes Kamera auf ein elektronisch-optisches Gerät, nämlich die Kamera, die oft in einem Computer oder einem Smartphone eingebaut ist und meist nur einen Teil des Menschen – den oberen – zeigt, der wie aus dem realen Raum geschnitten erscheint und in den virtuellen Raum gesendet wird. Auf diese Weise wird Camera Isolata zu einem Online-Raum, der sein geografisches Zentrum irgendwo in Unterseekabeln tief im Ozean hat.
Als Wächter der Camera Isolata habe ich eine fiktive Figur gewählt, die von einem fossilen, aber immer noch existierenden Tier, dem Nautilus. Dieses Lebewesen, das seit etwa 500 Millionen Jahren in den Ozeanen lebt, hat mehrere ausgehöhlte Kammern (Kamera) in seiner Schale. Seine uralten Augen haben keine Linse und funktionieren wie eine Camera obscura.

Das Projekt “Camera Isolata” besteht aus drei Experimentier-Videos mit sechs Künstlern, die ich eingeladen habe:

Jane Brucker, bildende Künstlerin, USA
Miss Hawaii, Musiker, Japan
Henrik Malmström, Photograf, Argentina
Setbyol Oh, Licht Designerin, Deutschland
Ziyun Wang, Malerin, China
Yohei Yama, Maler, Vietnam

Auf der Website befinden sich drei Videos von je zwei unverhofften Begegnungen, denn die zusammengeschalteten Künstler und Künstlerinnen haben sich zuvor persönlich nicht gekannt und wussten nichts von ihren jeweiligen künstlerischen Schwerpunkten, bevor sie, nur kurz von den Spielregeln informiert, durch ein Online-Kommunikationstool aufeinander trafen. Ein weiteres Video präsentiert die drei Begegnungen zeitgleich. Die Website wird von sechs kurzen Texten über den Alltag der Künstler und Künstlerinnen während der Sars-Cov-19-Pandemie begleitet. 

Wenn der Wächter das Ende der Quarantänezeit signalisiert, nimmt jeder/jede isolierte Künstler*in ihren/seinen noch laufenden Computer in die Hand und geht hinaus, bis die WiFi-Verbindung abbricht, was die Grenzen unserer sozialen Verbindung symbolisiert.


Videosound: Veit Kenner
Lektorat: Helmut Kostreba, Masaya Kawakatsu